Gestaltpsychologie – Das Gesetz der Nähe

Gestaltpsychologie - Das Gesetz der Nähe

Diese Idee das wir Dinge verstehen, indem wir sie als ganzes sehen und nicht als einzelne Teile, dass nennt sich Gesetzpsychologie und die Prinzipien dieser sind besonders wichtig für Designer und bei der Erstellung von vollständiger und überzeugender Werbung.

Die Gestaltgesetze stammen von der Gestaltpsychologie, welche sich 1920 zu einer eigenen Theorie entwickelte und sich verstärkt mit der Wahrnehmung der Menschen beschäftigt. Die Wahrnehmungsforscher untersuchten die kognitiven Mechanismen die es Menschen ermöglicht, Phänomene wahrzunehmen und diese zu interpretieren.

Wahrnehmung ist die Grundvoraussetzung für Werbung. Mein Ziel ist es hierbei Menschen durch visuelles Marketing und Branding zu unterstützen. Die Beachtung der folgenden Gesetze kann Deine Form-Inhalt-Beziehung steigern und führt zu einer leichteren Wahrnehmung Deiner Werbung.

Insgesamt möchte ich in meiner Artikelserie sieben Gesetze vorstellen – hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Regeln:

Gesetz #1:  Das Gesetz der Nähe

Gesetz #2:  Das Gesetz der Ähnlichkeit

Gesetz #3:  Das Gesetz der Geschlossenheit

Gesetz #4:  Das Gesetz der guten Fortsetzung

Gesetz #5:  Das Gesetz der Einfachheit

Gesetz #6:  Das Gesetz der Prägnanz oder “guten Gestalt”

Gesetz #7:  Die Gesetze von Figur und Hintergrund

Nun aber endlich zu Gesetz #1:  Das Gesetz der Nähe

Das „Gesetz der Nähe“ erklärt uns, warum wir Elemente mit geringen Abständen zueinander trotzdem als zusammengehörig wahrnehmen. Folglich werden also Dinge die entfernt voneinander liegen, als unabhängig und getrennt wahrgenommen.

Vermutlich siehst Du links einzelne senkrecht angeordnete Stiche, bestehend aus einzelnen Punkten. Diese Wahrnehmung hast Du aufgrund der Nähe bestimmter Punkte und genug abstand zwischen den einzelnen Reihen. Verringert man den Abstand zwischen den Stichen, nehmen wir diese nicht mehr als einzelne Striche wahr, sondern als ein einheitliches Element – einen Würfel. 

Welche Auswirkungen es hat, wenn nicht das Gesetz der Nähe angewendet wird oder dagegen verstoßen wird, möchte ich anhand eins anderen Beispiels nochmal verdeutlichen:

In den beiden Varianten 1 und 2 wurde nur der Abstand zwischen den einzelnen Kontinenten verringert um Platz zu sparen. Die Auswirkung ist eine deutlich schwierigere Orientierung und Lesbarkeit.

Plötzlich ist ein also Bild, eine Website oder zusammengefasst einfach eine Benutzeroberfläche nicht mehr verständlich. Neben Buttons und Grafiken ist hiervon auch das Layout von Texten betroffen.

Das beste Beispiel zur Veranschaulichung von Texten, die durch das Layout betroffen sind, ist eine Homepage. Die Anordnung der Spalten und die geringeren Abstände zwischen den Worten, bestimmen in unserer Wahrnehmung ganz klar die Leserichtung. Also sind auch die Lücken bzw. der leere Raum entscheidend für das Layout, Lesbarkeit und Orientierung auf der Plattform.

Wie an den unterschiedlichen Beispielen hoffentlich deutlich wird, ist das Gesetz der Nähe demzufolge gerade für die Orientierung extrem wichtig.

Leere wird von uns nämlich wahrgenommen und als Information verarbeitet. Wird die Leere also gezielt und richtig eingesetzt ist sie keinesfalls Platzverschwendung, sondern ein wichtiges Gestaltungselement zur Ordnung und um Informationen verständlich zu machen.

Wenn es Dich interessiert, im nächsten Artikel werde ich das Gesetz der Ähnlichkeit erklären.

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